Agentur für Freundlichkeit | Tanja Baum GmbH
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Kölner Agentur bringt ihren Kunden Freundlichkeit bei

Bild Köln, 13.02.2002


Köln - Lächelt Ihre Bäckerin Sie seit neuestem an? Wirft Ihr Autohändler mit Komplimenten um sich? Könnte sein, dass Sie das Tanja Baum verdanken. Die Kölnerin unterrichtet ein Fach, das auf den Lehrplänen der Schulen fehlt: Freundlichkeit.

Die Nachfrage ist groß. Prominente Firmen wie Mercedes-Benz oder Rewe gehören zu den Kunden von Baums bundesweit einmaliger "Agentur für Freundlichkeit".
Wie aber macht man aus Muffelköpfen angenehme Menschen? Schritt eins: Erkenne Dich selbst. "Niemand hält sich für unfreundlich", sagt die 32-Jährige. Mit den Teilnehmern ihrer Seminare inszeniert sie Rollenspiele, zeichnet sie auf Video auf. "So erfahren Mitarbeiter, wie sie auf andere wirken." Anschließend heißt es üben.

Ob's hilft? Ja, sagt Seminar-Teilnehmerin Mareen Storz (28). Die Verkäuferin in der Mayerschen Buchhandlung glaubt, "jetzt bewusster mit Kunden umzugehen" - und zwar selbst beim Gau jedes Buchverkäufers, einer falschen Preisauszeichnung. Dass die 1800 Euro Tageshonorar gut investiert sind, meint auch Vize-Filialleiterin Daniela Falter (32): "Wir müssen uns durch Service von der Konkurrenz abheben." Und die sitzt am Neumarkt gleich um die Ecke.

Was aber motiviert Tanja Baum zu Zwölf-Stunden-Tagen und Touren durch Deutschland - Zeit, die sie mit Freund und Katze im Westerwälder Häuschen verbringen könnte?

Als Missionarin im Zeichen Knigges sieht sie sich nicht. "Mir gefällt es einfach, Dinge zu bewegen. Und ich lerne viel über Unternehmen." Aber ein bisschen von Sendungsbewusstsein getrieben ist sie doch. Tanja Baum leidet unter schlechtem Service. Das spürt man, wenn sie über Horrorbesuche bei Kölner Nobel-Italiener schimpft.

Nur den ständig kritischen Blick hat sie sich abgewöhnt. Sie differenziert: "Was im Edelrestaurant unhöflich ist, kann in der Kneipe zum Konzept gehören." Und wie steht es insgesamt um die Servicewüste Deutschland?

"Die Firmen mühen sich um bessere Dienstleistungen. Nur eines übersehen sie oft: Aller Service beginnt an der Ladentheke. Mit einem Lächeln."

Alexander Gutzmer