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Kommunikation im Stil „Wildwest“
Von schlampig bis unverschämt: Warum wir die E-Mail technisch, aber nicht sozial beherrschen (...) „Mails werden immer häufiger als Plattform für Kleinkriege missbraucht“, weiß Tanja Baum, Chef der Kölner Agentur für Freundlichkeit. In der elektronischen Post fielen oft soziale Schranken: „Am Telefon oder im direkten Kontakt würde man viele Sachverhalte nie so scharf formulieren“, sagt Baum. Außerdem würden im persönlichen Gespräch viele Vorwürfe durch Gestik, Mimik und Stimme relativiert, besonders in der Reaktion auf den Gesprächspartner. Anders beim Mailen. Hier lautet der Schlachtruf „direkt raus“, koste es, was es wolle. (...) „In der digitalen Kommunikation gibt es noch keine gewachsene Kultur“, sagt Tanja Baum, die auch in ihrer Beratungsarbeit erlebt, wie sich ganz normale Team-Konflikte via E-Mail zu dramatischen Auseinandersetzungen hochschaukeln. (…) Kern des Problems ist, dass viele Menschen das Mailen als eine Variante der mündlichen Kommunikation verstehen – eine regelrechte Falle! Ohne lange nachzudenken, werden Sätze in die Tastatur gehackt, oft mit flapsigen Formulierungen, Tippfehlern und Defiziten in den Höflichkeitsformen. Viele zelebrieren diese Lässigkeit sogar, finden sie modern und locker. Doch was im Privaten okay sein mag, wirkt im Ungang mit Kunden, Kollegen oder dem Chef leicht missverständlich und kann ernsthafte Verstimmungen auslösen. (…) (Ismene Poulakos) |
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